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Pandemie bringt Purpose

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Intensive Zeiten sind das mit viel Bewegung. Im Äußeren, aber auch im Inneren. Unsere Mitgründerin Claire Born wird sich nach Elternzeit und Umzug zum Ende des Jahres einer neuen Gründung zuwenden und uns dann zukünftig als Kooperationspartnerin unterstützen. Im Gespräch darüber wurde uns klar, dass wir beide, was unsere Vorstellung von den Beiträgen, die wir mit unserer Arbeit zu unserer Welt leisten wollen, nicht nur viel klarer geworden, sondern auch noch dichter zusammengerückt sind. Ironie des Schicksals? Ergebnis eines natürlichen Reifeprozesses? Wir glauben, dass die Erfahrungen der letzten Monate einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet haben.

 

Wenn Orientierung im Außen schwer möglich ist, suchen wir Orientierung im Inneren

 

Die uns aufgrund der Pandemie auferlegten Einschränkungen haben allerlei zum Vorschein gebracht: Mit Blick auf die Gesellschaft soziale Ungleichheiten, wie zum Beispiel die Verteilung der Care-Arbeit zwischen den Geschlechtern. Mit Blick auf Organisationen als kleinere Systeme haben wir beispielsweise erlebt, dass Unklarheiten in den Entscheidungsstrukturen sichtbar wurden, da gewohnte Anwesenheitszeiten und Austauschformate, die bis dato als Pflasterlösungen genutzt wurden, wegfielen. Erhöht sich der Druck, zeigt sich, wie tief unsere guten Absichten verankert sind. 

 

Das Prinzip gilt auch für strategische Fragen. Hier haben wir zweierlei Beobachtungen gemacht. Organisationen mit einer klaren Vorstellung davon, welche Wirkung sie in der Welt erzielen möchten und wie genau sie dazu beitragen, ist es sehr viel einfacher gefallen, rasch und angemessen auf die Veränderungen im Außen zu reagieren als Organisationen, die stattdessen beispielsweise lose zusammengewürfelte Themen und Projekte bedienen. In ersteren Organisationen mit einem klaren Purpose wurden oft umgehend auf allen Hierarchieebenen (provisorische) Lösungen erarbeitet und umgesetzt, um die Mission weiterhin erfüllen zu können. Außerdem wurden wir in den letzten Monaten wieder verstärkt angefragt, die Entwicklung von Leitbildern und Werten zu begleiten. Das mag zum Teil daran gelegen haben, dass nun endlich Zeit dafür war, zugleich war es oft notwendig für eine Neuausrichtung. Wenn Orientierung im Außen schwer möglich ist, suchen wir Orientierung im Inneren. Mit einem starken inneren Kompass können Organisationen auch durch turbulente Zeiten gut navigieren. 

 

Die fetten Jahre sind vorbei. Was nun?

 

Immer wieder bin ich überrascht, wie stark die Parallelen zwischen zeitgemäßer Führung in Familien und Organisationen sind. Andere Eltern werden diese Frage kennen: Was soll ich meinen Kindern eigentlich beibringen, um in irgendeiner Form gut durch die nächsten Jahrzehnte zu kommen? Ähnlich fragen wir uns das für unsere Kund*innen: Was müssen Menschen und Organisationen lernen, um weiterhin einen relevanten Beitrag leisten zu können? 

 

Eine gewagte These: Vielleicht ist es so, dass wir als diejenigen, die meist in materiellem Wohlstand und vorhersehbaren Umständen (stabile äußere Strukturen) aufwachsen durften, diese Ressourcen nutzen können, müssen und dürfen, um stabile innere Strukturen aufzubauen, mit denen wir die kommenden Jahre mit vermutlich turbulenten äußeren Umständen navigieren können. Sowohl als Individuen als auch als Organisationen. Die vielen schwierigen Entscheidungen, die wir in den letzten Monaten getroffen haben, waren eine gute Übung. Denn jedes Mal mussten wir uns fragen, was uns in dem Moment wichtiger ist und wohin uns das letztendlich führen mag. Das Große zeigt und entwickelt sich mit jeder kleinen Handlung. So liegt in den Erfahrungen der letzten Monate auch sehr viel Wertvolles: Sie waren nicht nur ein unfreiwilliger Crashkurs in Sachen Digitalisierung und Agilität, sondern zugleich ein Leitbildentwicklungsprozess.

 

Wir möchten Sie einladen, diese wertvollen Erfahrungen gemeinsam auszuwerten, um Ihre inneren Strukturen zu stärken.